Pflegeberatung
Erst sortieren. Dann entscheiden.
Die meisten Familien rufen an, wenn sie längst überfordert sind — und wissen nicht, welche Frage sie zuerst stellen sollen. Deshalb fangen wir mit Beratung an, nicht mit einem Vertrag.
Die Fragen dahinter
Vier Sätze, die wir fast täglich hören.
„Wo fange ich überhaupt an?“
Mit einem Anruf. Sie brauchen keine Unterlagen und keine Diagnose. Wir hören uns die Situation an und sagen Ihnen, was der nächste sinnvolle Schritt ist — auch dann, wenn dieser Schritt nichts mit uns zu tun hat.
„Wir haben keinen Pflegegrad. Ist das ein Problem?“
Nein. Der Pflegegrad ist eine Folge, kein Vorbedingung. Wir helfen beim Antrag, bereiten Sie auf den Termin mit dem Medizinischen Dienst vor und sagen Ihnen vorher, worauf es dabei wirklich ankommt.
„Mein Vater will keine Hilfe. Was jetzt?“
Das ist der häufigste Satz, den wir hören. Ablehnung ist meistens Angst vor Kontrollverlust, nicht Sturheit. Wir fangen klein an — eine Leistung, ein fester Termin, ein Gesicht — und erweitern erst, wenn Vertrauen da ist.
„Ich schaffe das nicht mehr. Darf ich das sagen?“
Ja, und Sie sollten es früh sagen. Pflegende Angehörige sind die Gruppe, die in dieser Konstellation am schnellsten zusammenbricht. Verhinderungspflege und der Entlastungsbetrag stehen Ihnen zu — sie zu nutzen ist kein Aufgeben.

Erstbesuch
Wir kommen zu Ihnen, nicht Sie zu uns.
Eine Beratung am Küchentisch sieht Dinge, die kein Telefonat und kein Formular sieht: die Treppe, die Türschwelle, den Kühlschrank, die Medikamentenschachteln auf der Fensterbank. Danach reden wir über Konkretes statt über Kategorien.
Das Erstgespräch verpflichtet Sie zu nichts. Es wird dabei nichts unterschrieben.
Pflegegrad
Der Antrag, Schritt für Schritt.
- 01
Antrag stellen
Ein formloser Anruf bei der Pflegekasse genügt, um den Antrag auszulösen. Wichtig ist das Datum: Leistungen gibt es ab dem Monat der Antragstellung, nicht ab dem Gutachtertermin.
- 02
Pflegetagebuch führen
Zwei Wochen lang notieren, wobei tatsächlich geholfen wird und wie lange. Das klingt lästig und ist der wirksamste Teil der Vorbereitung — im Termin selbst erinnert sich niemand an den Alltag.
- 03
Der Termin mit dem Medizinischen Dienst
Begutachtet wird, was selbstständig noch geht. Der häufigste Fehler: Aus Stolz wird an diesem Tag mehr gezeigt, als im Alltag möglich ist. Seien Sie ehrlich — und seien Sie als Angehörige dabei.
- 04
Bescheid und, wenn nötig, Widerspruch
Gegen eine zu niedrige Einstufung kann innerhalb eines Monats Widerspruch eingelegt werden. Das lohnt sich öfter, als die meisten denken — wir sagen Ihnen offen, ob es in Ihrem Fall aussichtsreich ist.
Beratungseinsatz § 37 Abs. 3 SGB XI
Wer Pflegegeld bezieht und sich zu Hause von Angehörigen pflegen lässt, muss regelmäßig einen Beratungsbesuch nachweisen — sonst kürzt die Pflegekasse. Diesen Besuch führen wir durch, auch wenn wir Sie sonst nicht pflegen.
- Wir prüfen, ob die häusliche Pflege fachlich sicher läuft.
- Wir zeigen Handgriffe, die den Rücken schonen — Ihren.
- Wir melden der Kasse den Nachweis, Sie müssen sich um nichts kümmern.
Häufige Fragen
Alles, was Angehörige uns fragen.
Rufen Sie an — wir sagen Ihnen am Telefon, ob wir Ihre Versorgung kurzfristig übernehmen können. Bei einer Entlassung aus dem Krankenhaus richten wir uns nach dem Entlassungstermin und stimmen uns direkt mit der Station ab.
Grundpflege ist die Hilfe bei Körperpflege, Ernährung und Bewegung; sie läuft über die Pflegekasse (SGB XI). Behandlungspflege ist der medizinische Teil — Medikamente, Injektionen, Wundversorgung — den Ihre Ärztin verordnet und die Krankenkasse übernimmt (SGB V). Wir leisten beides, und zwar mit denselben Pflegefachkräften.
Ja. Behandlungspflege braucht keinen Pflegegrad, sondern eine ärztliche Verordnung. Und für den Pflegegrad selbst helfen wir beim Antrag und bereiten Sie auf den Termin mit dem Medizinischen Dienst vor — das ist einer der häufigsten Gründe, warum Angehörige uns anrufen.
Wir sind ein kleines Team aus fünf Fachkrankenschwestern. Genau das ist der Punkt: Sie bekommen feste Gesichter und eine feste Ansprechpartnerin, keine wechselnde Besetzung aus einem Pool. Urlaub und Krankheit gibt es bei uns auch — dann übernimmt jemand, den Sie bereits kennen.
Ja. Pflege macht am Samstag nicht Pause. Wir sind 24 h erreichbar, und am Telefon ist eine Pflegefachkraft aus dem Team — kein Callcenter und keine Bandansage. Wichtig für die Erwartung: rund um die Uhr erreichbar heißt nicht, dass rund um die Uhr jemand in der Wohnung steht. Was wir wann leisten, halten wir vorher schriftlich fest.
Wenn Sie als pflegende Angehörige ausfallen — Urlaub, Krankheit, ein Termin, der nicht verschiebbar ist —, übernimmt die Pflegekasse die Ersatzpflege (§ 39 SGB XI). Wir springen ein, auch stundenweise. Viele Familien wissen nicht, dass ihnen das zusteht.
Nein. Der Pflegevertrag ist kündbar, meist kurzfristig. Wir übernehmen die Abstimmung mit der Kasse und sorgen dafür, dass keine Lücke entsteht — die Versorgung läuft ohne Unterbrechung weiter.
Wir kommen zu Ihnen nach Hause, sehen uns Wohnung und Situation an, hören zu und stellen Fragen. Danach sagen wir Ihnen, was wir übernehmen können und was besser jemand anderes macht. Sie entscheiden in Ruhe — an diesem Termin wird nichts unterschrieben.
Ja, und wir sehen es als unseren Schwerpunkt. Der Vorteil bei uns: Betreuung und medizinische Behandlungspflege kommen aus einer Hand. Ein reiner Betreuungsdienst darf die Medikamente nicht stellen und die Wunde nicht versorgen — wir dürfen und können beides.
Für den ersten Anruf gar nichts. Später hilfreich: der Pflegegradbescheid, falls vorhanden, die ärztliche Verordnung, eine Medikamentenliste und die Versichertenkarte. Fehlt etwas, besorgen wir es mit Ihnen.
Fragen Sie uns danach am Telefon. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob im Team jemand die Sprache spricht, die in Ihrer Familie gesprochen wird — und wenn nicht, sagen wir das auch.
Das gehört auch dazu
- Ambulante Pflege zu Hause Was nach der Beratung folgt: Grundpflege und Behandlungspflege in der eigenen Wohnung.
- Demenzbetreuung Wenn eine Demenz im Spiel ist, ändert das die Anträge — und die Art der Betreuung.
- Alle Leistungen Fünf Bereiche als Register — damit Sie sehen, worüber wir beim Erstbesuch sprechen.
Reden wir, bevor Sie etwas beantragen.
Ein halbstündiges Gespräch spart oft Wochen an Papierkram — und manchmal stellt sich heraus, dass Sie etwas ganz anderes brauchen als einen Pflegedienst.
